BAFA · Nichtwohngebäude · Modul 2 · DIN V 18599

Energieberatung Gewerbe: BAFA-Modul 2 für Nichtwohngebäude

Ein Nichtwohngebäude ist energetisch ein komplexes Gesamtsystem. Gebäudehülle, Heizung, Kühlung, Lüftung, Beleuchtung, Warmwasser, Regelung und Nutzung beeinflussen sich gegenseitig. Einzelmaßnahmen ohne Gesamtkonzept können deshalb zu Fehlplanungen, unnötigen Kosten oder nicht ausgeschöpften Einsparpotenzialen führen.

Modul 2 schafft eine belastbare Planungsgrundlage. Das Gebäude wird nach DIN V 18599 energetisch bilanziert. Anschließend werden Sanierungsvarianten beziehungsweise eine energetische Neubauplanung entwickelt und hinsichtlich Energiebedarf, CO₂-Wirkung und Wirtschaftlichkeit bewertet.

Modul 2

Was ist Modul 2 genau?

Modul 2 der EBN-Förderung umfasst zwei Anwendungsfälle: die energetische Sanierungsberatung für Bestandsgebäude und die Beratung für eine förderfähige Neubauplanung. Entscheidend sind die aktuelle BAFA-Richtlinie, die Gebäudeeigentümerschaft und die nach GEG ermittelte Energiebezugsfläche.

Zwei Anwendungsfälle

  1. 01

    Sanierung eines bestehenden Nichtwohngebäudes

    Erstellung eines energetischen Sanierungskonzepts auf Grundlage der DIN V 18599. Grundlage ist eine energetische Bilanzierung des Bestandsgebäudes mit anschließender Variantenentwicklung.

  2. 02

    Energetische Neubauplanung

    Beratung für einen Neubau, sofern das Vorhaben den in der Richtlinie geforderten Standard eines bundesgeförderten Effizienzgebäudes zum Ziel hat.

Anders als Modul 1 steht nicht der gesamte betriebliche Energieverbrauch mit Produktionsprozessen im Mittelpunkt, sondern die energetische Qualität des Gebäudes und seiner gebäudetechnischen Systeme.

Zielgruppe

Welche Gebäude kommen infrage?

Modul 2 eignet sich beispielsweise für

  • Büro- und Verwaltungsgebäude
  • Produktions- und Werkstattgebäude
  • Lager- und Logistikhallen
  • Hotels und Gastronomiebetriebe
  • Verkaufsstätten und Einkaufsgebäude
  • Schulen, Kindertagesstätten und kommunale Gebäude
  • Kliniken, Pflege- und soziale Einrichtungen
  • Sport-, Kultur- und Veranstaltungsgebäude

Entscheidend sind unter anderem Nutzung, beheizte oder gekühlte Nettogrundfläche, Eigentums- beziehungsweise Nutzungsverhältnisse und die konkreten Fördervoraussetzungen.

Untersuchungsumfang

Was wird untersucht?

Die energetische Bilanzierung nach DIN V 18599 berücksichtigt alle wesentlichen Einflussfaktoren eines Nichtwohngebäudes – von der Hülle über die Anlagentechnik bis zur tatsächlichen Nutzung.

Gebäudehülle

Bewertet werden unter anderem Außenwände, Dach, Boden, Fenster, Türen, Wärmebrücken, Luftdichtheit und sommerlicher Wärmeschutz. Ziel ist zu erkennen, wo Wärmeverluste entstehen und welche Verbesserungen technisch sinnvoll zusammenwirken.

Anlagentechnik

Die Analyse berücksichtigt Heizung, Wärmeverteilung, Trinkwarmwasser, Lüftung, Klimatisierung, Kälte, Beleuchtung, Regelung und mögliche erneuerbare Energien. Auch Wechselwirkungen werden betrachtet: Eine verbesserte Hülle verändert beispielsweise die erforderliche Heizleistung und damit die optimale Dimensionierung des Wärmeerzeugers.

Nutzung und Zonierung

Nichtwohngebäude haben häufig unterschiedliche Nutzungszonen – etwa Büro, Produktion, Lager, Verkauf oder Sozialräume. Die DIN V 18599 bildet diese Zonen mit ihren jeweiligen Nutzungszeiten und energetischen Anforderungen ab. Dadurch ist die Bewertung wesentlich differenzierter als eine pauschale Betrachtung pro Quadratmeter.

Projektablauf

So entsteht Ihr Sanierungskonzept

Ablauf in sechs Schritten

  1. 01

    Unterlagenprüfung

    Baupläne, Flächen, Bauteilaufbauten, Anlagendaten und Verbrauchsabrechnungen werden zusammengestellt.

  2. 02

    Vor-Ort-Aufnahme

    Gebäudehülle, Technik, Nutzung und erkennbare Schwachstellen werden erfasst.

  3. 03

    Energetische Bilanzierung

    Der Ist-Zustand wird nach DIN V 18599 modelliert und plausibilisiert.

  4. 04

    Variantenentwicklung

    Einzelmaßnahmen und sinnvoll aufeinander abgestimmte Maßnahmenpakete werden berechnet.

  5. 05

    Bewertung

    Einsparung, Investitionsrahmen, Wirtschaftlichkeit und mögliche Förderwege werden gegenübergestellt.

  6. 06

    Sanierungsfahrplan

    Sie erhalten eine technisch sinnvolle Reihenfolge – von kurzfristigen Verbesserungen bis zur umfassenden Sanierung.

Ein Sanierungskonzept ist dabei mehr als ein Energieausweis. Der Energieausweis beschreibt die energetische Qualität; das Sanierungskonzept entwickelt konkrete Wege zur Verbesserung und bewertet deren Wirkung.

Förderung

Förderhöhe für Modul 2

Die Förderung beträgt aktuell 50 Prozent des förderfähigen Beratungshonorars, höchstens jedoch:

Beheizte oder gekühlte NettogrundflächeMaximaler Zuschuss
unter 200 m²850 €
200 bis 500 m²2.500 €
mehr als 500 m²4.000 €

Der Zuschuss beträgt einheitlich 50 Prozent des förderfähigen Beratungshonorars.

Die genaue Förderfähigkeit hängt vom Antragsteller, Gebäude, Vorhaben und der geltenden Richtlinie ab. Maßgeblich ist der Zuwendungsbescheid des BAFA.

Ergebnis

Was erhalten Sie?

Lieferergebnis

  • energetische Bewertung des Ist-Zustands nach DIN V 18599
  • transparente Darstellung der Schwachstellen
  • abgestimmte Maßnahmen für Gebäudehülle und Anlagentechnik
  • Vergleich geeigneter Sanierungsvarianten
  • Prognose des künftigen Energiebedarfs
  • wirtschaftliche und energetische Priorisierung
  • Grundlage für Investitionsentscheidungen und weiterführende Förderanträge
  • verständliche Ergebnispräsentation und nächste Handlungsschritte

Modulvergleich

Der Unterschied zu Modul 1

Während Modul 1 den gesamten betrieblichen Energieeinsatz betrachtet, fokussiert Modul 2 auf die energetische Qualität des Gebäudes und seiner gebäudetechnischen Systeme.

KriteriumModul 1Modul 2
StandardDIN EN 16247DIN V 18599
Schwerpunktgesamter betrieblicher EnergieeinsatzNichtwohngebäude
BetrachtungGebäude, Anlagen, Prozesse, ggf. TransportGebäudehülle und Gebäudetechnik
ErgebnisEnergieaudit mit EinsparmaßnahmenSanierungskonzept oder Neubauplanung
Fördermaximumbis 3.000 €bis 4.000 €

Fördermaximum und Förderfähigkeit hängen stets von den Bedingungen der zum Zeitpunkt der Antragstellung geltenden Richtlinie sowie von den individuellen Voraussetzungen ab.

Unverbindliche Vorprüfung

Machen Sie Ihr Nichtwohngebäude planbar effizient.

Wir prüfen Gebäudeart, Nettogrundfläche, Datenlage und Förderfähigkeit und zeigen Ihnen, ob Energieberatung Gewerbe mit Modul 2 der passende Einstieg für Ihre Sanierung oder Neubauplanung ist.

FAQ

Häufige Fragen

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Transparenzhinweise

Autoren- und Prüfhinweise

Autorenrolle

Ralf Wendland ist verantwortlich für journalistisch-redaktionelle Inhalte gemäß § 18 Abs. 2 MStV.

Fachliche Einordnung

Die Inhalte geben redaktionelle Orientierung auf Basis der verlinkten amtlichen BAFA- und Gesetzesquellen. Enerklave ist keine amtliche Vermittlungsstelle. Nicht belegte Qualifikationen und externe Ansprechpartner: offen / nicht belegt.

Prüfstatus

Redaktionsstand: 4. September 2026. Maßgeblich bleiben die aktuellen offiziellen Informationen; die Inhalte ersetzen keine individuelle Einzelfallprüfung.

Vergütungstransparenz

Für den bestehenden Vorqualifizierungsfluss gilt: ohne Vergütungsanspruch und ohne Provision. Eine konkrete Vergütung für ein späteres Angebot ist offen / nicht belegt; diese Aussage wird nicht auf ein späteres Angebot übertragen.

Förderhinweis

Alle Angaben zu Förderprogrammen, Förderquoten und Höchstbeträgen entsprechen dem Redaktionsstand 10. August 2026. Maßgeblich sind ausschließlich die zum Zeitpunkt der Antragstellung geltenden Richtlinien, Merkblätter und Entscheidungen der zuständigen Förderstelle. Eine Förderung ist regelmäßig vor Vorhabenbeginn zu beantragen und steht unter dem Vorbehalt der Bewilligung sowie verfügbarer Haushaltsmittel. Es besteht kein Rechtsanspruch auf Förderung. Die bereitgestellten Informationen ersetzen keine Rechts-, Steuer- oder beihilferechtliche Beratung.